Kurzinterview mit Dr. Erwin Lichtenegger zum Thema „Ego States“

29.09.2020 09:56:35 | 0 Kommentare

1. Lieber Erwin, erzähl uns kurz: was sind Ego States?

Ego States sind Persönlichkeitsanteile oder Seiten von uns, die sich immer wieder im Alltag zeigen und dann unser Erleben, Handeln und unsere Beziehungsmuster bestimmen. Sie haben sich im Laufe unseres Lebens entwickelt und sind meist geprägt von bedeutenden Beziehungserfahrungen. Es gibt ein grosses Spektrum von Ego States: bewältigende, fürsorgliche, emotionale, kindliche, kritische und viele weitere. Sie bilden ein inneres System von Anteilen, die untereinander und mit uns in einem dynamischen Austausch sind. Sie begründen unsere innere Vielfalt.

2. Was lernen die Teilnehmer*innen im Semnar?

Im Seminar lernen die Teilnehmer*innen das Ego States Modell kennen und auf die Arbeit mit Klient*innen anzuwenden. Es wird gezeigt, wie mit dem Modell auch in komplexen Situatione erfasst werden kann, um was es geht. Die konkrete Anwendung steht dabei im Mittelpunkt: wie kann die Teilearbeit individuel angepasst eingeführt werden? Wann kann mit welchen Anteilen gearbeitet werden? Welches technische Vorgehen ist passend? Wie kann dabei erlebnisorientiert und für die Klient*innen sicher gearbeitet werden?

3. Was findest Du attraktiv am Thema?

Mir gefällt besonders, dass durch die Arbeit mit Anteilen eine kreative Arbeitsatmosphäre entsteht. Sie mobilisert bei Klient*innen wie auch bei uns Ressourcen macht ganz einfach Freude. Die wertschätzende und sorgfälltige Grundhaltung bei der Anwendung des Ansatzes führt zu vermehrtem Interesse an inneren Prozessen, stärkt die Selbstakzeptanz und regt lang andauernde Entwicklungsprozesse an. Das Modell ist flexibel und kann den individuellen Arbeitsstil von Therapeut*innen und Berater*innen optimal ergänzen.

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